Gerade gesehen

Filme und Serien kurz kommentiert

  • Spoilers inside!

    Es ist fast unmöglich über einen Film zu schreiben, ohne Informationen über den Inhalt preiszugeben, und ob eine Information bereits ein Spoiler ist oder nicht, wird manchmal sehr unterschiedlich empfunden. Hier wimmelt es auf jeden Fall von Spoilern, also Vorsicht, ich möchte niemandem den Spaß verderben.
  •  

    November 2009
    M D M D F S S
    « Jan    
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    30  
  • Archive


Archiv für die Kategorie ‘--- Bruchstücke’

Besonders schlechte und/oder abgebrochene Filme

„The Marine“

Verfasst von Tom am 18 März 2007

themarine

Drehbuch: Michelle Gallagher, Alan B. McElroy
Regie: John Bonito

Rome: „Oh, you gotta be kidding me.“
Angela: „The cops.“
Bennett:That ain’t the cops.“
Morgan: „I hate cops. And rock candy.“

Klar, es ist immer gewagt, einen Film mit einem Wrestler zu besetzen, denn viele potentielle Zuschauer werden dadurch eher abgeschreckt, aber eine Chance kann man so einem Film ja mal geben.

John Cena spielt also einen Muskelberg, genauer: Mount John Triton. Nicht nur, daß er wegen Befehlsverweigerung entlassen wird, dann wird auch noch seine Frau entführt, und er will sie retten. Soweit die ausgeklügelte Ausgangssituation.

Das Ganze erinnert schwer an Schwarzeneggers „Commando“ von 1985, und die Ähnlichkeit der Protagonistennamen „John Triton“ und „John Matrix“ ist zumindest ein Indiz für die Einfallslosigkeit des Drehbuchs, aber das ist nicht das einzige Problem.

Schon die erste Szene macht klar, daß der Protagonist ein echter Held ist, und der Regisseur die Actionszenen mit seinem Editing praktisch ungenießbar gemacht hat. Bei so einem Gehäcksel flimmern die heroischen Taten so schnell ab, daß man nur ansatzweise etwas zu sehen bekommt. Lediglich, wenn jemand auf eine ganz besondere Weise getötet wird, bleibt die Kamera mal eine ganze Sekunde auf dem Geschehen.

Der weitere Verlauf ist geprägt von großen, und dennoch nicht beeindruckenden Explosionen, denen der Held optisch immer eine Sekunde zu spät entkommt, ohne wirklich Schaden zu nehmen. Auch die Kugeln zeigen Anzeichen selektiver Arbeitsverweigerung: Als der Held die Bösewichte in einem Polizeiauto verfolgt, beschießen sie ihn aus allen Rohren, und durchlöchern die Karosserie und die Motorhaube so sehr, daß letztere sich selbständig macht und davonfliegt. Aber ihn treffen sie nicht, weil er mit bloßer Hand eine kugelsichere Weste hinhält, und die Reifen treffen sie nicht, weil sie nicht auf die Idee kommen, auf sie zu schießen und sie zufälligerweise auch noch verfehlen. Robert Patrick, was hast Du da verloren?

Das Ende dieser Verfolgungsjagd zeigt, wie das Polizeiauto über das am Abhang stehende Auto der Bösewichte springt, wie es früher schon bei „Knight Rider“ unmöglich war, in der Luft explodiert, und unser Held mit so gutem Timing aus dem Auto fällt, daß ihm nicht nur die Explosion nichts tut, sondern er auch so nah am Abgrund fällt, daß er sich wohl irgendwo festhalten kann. Das wird zwar dann nicht mehr gezeigt, aber später ist er ja wieder da, also doch nicht abgestürzt.

Da sie nicht einmal den Anstand hatten, diesen Cliffhanger aufzulösen, brach ich den Film, der mir ohnehin arg mißfiel, ab.

Note: nicht erteilt (nach 45 min. abgebrochen.)

Veröffentlicht in --- Bruchstücke | Kommentar schreiben »

„Highlander (5) – The Source“

Verfasst von Tom am 23 Februar 2007


Helden der Zukunft: Abhängen am Lagerfeuer

Drehbuch: David Abramowitz, du Niete
Regie: Brett Leonard, geh weg

The Guardian: „There can be only … me.“

16 Jahre lang war „Highlander 2“ für mich die schlechteste Fortsetzung aller Zeiten, doch diesen Rang droht ihm nun der eigene Ur-Enkel abzunehmen.

Meine Güte, ist das ein Käse! Die Actionszenen sind grauenhaft zusammengestoppelt, das Setting ist eine nicht weiter erklärte postapokalyptische Zukunft, einige Nebendarsteller sind einfach unfähig, die Trickeffekte sind zum Teil lächerlich wie auch die Dialoge, und die Musik ist beliebig – zwar gibt es „Who wants to live forever“ und „Princes of the universe“ aus dem Originalfilm zu hören, aber eben nicht von Freddy Mercury, sondern von einem Typen namens John Sloman. Kennt den einer?

Der Bösewicht wirkt lächerlich, sobald er etwas sagt, der ist noch schlimmer als „Mr. Frost“ in „Batman & Robin“, der „schlechtesten Fortsetzung der Fortsetzung einer Fortsetzung“.

Der einzige Grund, sich den fünften Highlander anzuschauen, ist, selbst zu sehen, wie schlecht ein Film sein kann, der von Profis gemacht wurde, u.a. einem Regisseur, der schon eine Handvoll Kinofilme hinter sich hat, und der immerhin 13 Millionen Dollar zur Verfügung hatte. Andererseits sind die 90 Minuten schwer abzusitzen, und der Showdown am Ende ist inhaltlich, optisch und sonstwie sogar kaum zu ertragen: Die Planeten haben sich aufgereiht, so daß sie sich und die Erde beinahe berühren, Duncan und Guardian kämpfen miteinander, in dem sie superschnell durch die Gegend laufen, und reichlich ungelenk die Schwerter kreuzen, die Frau des Films wird in einer Art Strahlenschneesturm zu den Planeten gezogen, und als der Höhepunkt nahe ist, dreht sie sich wie irre um die eigene Achse; ein untrügliches Zeichen für Duncan, endlich mal zum Ende zu kommen mit dem Herumgewusel und Schwertgefuchtel, und da sich aus nicht näher erklärten Gründen nun auch der Bösewicht dreht, scheint Duncan um ihn herum auf den Boden einzuschlagen, bis der Bösewicht im Boden feststeckt. Es gibt einen Flashback, der nochmal zeigt, wie böse der Bösewicht ist, und schon löst er sich irgendwie in helles Licht auf. Wobei in dieser Einstellung Duncans Körperhaltung in den Gegenaufnahmen völlig anders ist, aber egal. Die Frau des Films dreht sich nicht mehr, hat nun eine andere Frisur, und flink fliegt Duncan ihr hinterher.

Oh Mann, das sieht alles noch lächerlicher und absurder aus, als es klingt.

Eigentlich ist der Showdown alles, was man sehen muß, um zu erkennen, wie schlecht dieser Film tatsächlich ist. Hätte ich das nur früher gewußt.

Ist nun „Highlander 5“ die schlechteste Fortsetzung aller Zeiten? Nein, das ist weiterhin „Highlander 2“, dieser Teil hier ist die „schlechteste Fortsetzung einer Fortsetzung einer Fortsetzung einer Fortsetzung“.

Note: 5

Nachtrag: Der final cut soll erst Mitte März fertig sein und im September 2007 ins Kino kommen. Nun denn, zu retten ist da eh nichts mehr. Man kann ja in der post production nicht mehr alles ändern.

Veröffentlicht in --- Bruchstücke, FILME | 1 Kommentar »

„Jackass Number Two“ (Unrated)

Verfasst von Tom am 17 Dezember 2006

Jackass2

„Drehbuch“: Jeff Tremaine, Spike Jonze und Johnny Knoxville
Regie: Jeff Tremaine

Vor diesem Film kann man nur warnen, man muß es geradezu. Wer sich dazu berufen und in der Lage fühlt, diesen Film durchzustehen, der wird ihn sich trotz meiner Warnung ansehen, allen anderen tue ich eher einen Gefallen.

Johnny Knoxville, Bam Margera, Steve-O, „Wee Man“ und die anderen Gestalten aus „Jackass“ sind zurück, zum zweiten Mal sogar im Kino. Wieder gibt es keine Handlung, sondern zusammengestückelte Stunts und Schwachsinn. Zwar habe ich den Inhalt aus dem ersten Kinofilm erfolgreich verdrängt (eine Gabe, die ich habe, weil ich MTV-los aufgewachsen bin), aber mir kommt es vor, als sei dieser Streifen ekliger.

Ich zähle einfach mal einige Dinge auf: Schlange beißt in Penis, Mehrfach-Po-Branding, Angelhaken durch die Backe, Bienenschwarm im vollbesetzten Auto, Pferdekot essen, Pferdesperma trinken, Bier im Arsch (komplett mit Absaugevorrichtung), nasse Hoden auf blankem Eis, Blutegel am Hoden, Blutegel am Augapfel, und fremde Schambehaarung als Bart.

Angereichert wird das alles mit einigen wenigen sehenswerten Laienstunts, weiteren Geschmacklosigkeiten, Kindereien und zum Schluß eine viel zu lange Gesangs– und Tanzeinlage.

Die erste Szene des Films (Stiere treiben die „Akteure“ durch the ‘Burbs) dürfte mehr Arbeit gekostet haben als der ganze Rest, denn viel zu künstlich wirkt sie, ganz so, als habe man sich vorher die verschiedenen Einstellungen und Details ausgedacht und dann entspechend in Szene gesetzt. Sicher, da waren echte Tiere los, aber so einiges wird man mehrmals gefilmt haben. Hier kann man ausnahmsweise wirklich von Drehbuch und Regie sprechen.

Note: 5

Veröffentlicht in --- Bruchstücke, FILME | Kommentar schreiben »

„Pulse“

Verfasst von Tom am 23 November 2006

Drehbuch: Wes Craven, Ray Wright
Regie: Jim Sonzero

Computer-Viren-Geister-Dingens saugen Leute auf, lassen sie verschwinden, treiben sie in den Selbstmord, schreiben Emails und chatten, rufen Handys an und nerven sonstwie. Konfuser Blödsinn, was Kristen Bell und Ian Somerhalder wohl getrieben hat, da mitzumachen? War er derart verzweifelt, daß er bei „LOST“ rausgeschrieben wurde? Und welche Ausrede hat sie?

Note: 4-

Veröffentlicht in --- Bruchstücke, FILME | Kommentar schreiben »