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Filme und Serien kurz kommentiert

  • Spoilers inside!

    Es ist fast unmöglich über einen Film zu schreiben, ohne Informationen über den Inhalt preiszugeben, und ob eine Information bereits ein Spoiler ist oder nicht, wird manchmal sehr unterschiedlich empfunden. Hier wimmelt es auf jeden Fall von Spoilern, also Vorsicht, ich möchte niemandem den Spaß verderben.
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Archiv für die Kategorie ‘--- "Lost"’

On this island, survival is not a game

LOST, Season 4

Verfasst von Tom am 20 Dezember 2007

Bis zum Beginn der neuen Season sind es noch 42 Tage, die ich kaum abwarten kann! Trotz einiger Schwächen (z. B. manche Backstorys) hat mich wohl noch nie eine Fernsehserie derart begeistert wie LOST.

[Eine qualitativ bessere Version gibt es hier: http://www.movieweb.com/video/V07LaxVWQLM4Zi]

Die bisherige Planung sieht so aus:

31.01.08 – Episode 4-01„The Beginning Of The End“ (multiple characters-centric)

07.02.08 – Episode 4-02„Confirmed Dead“

14.02.08 – Episode 4-03„The Economist“ (Sayid-centric)

21.02.08 – Episode 4-04 – (Kate-centric)

28.02.08 – Episode 4-05 – (Desmond-centric)

06.03.08 – Episode 4-06 – (Juliet-centric)

13.03.08 – Episode 4-07„Ji Yeon“ (Sun/Jin-centric)

20.03.08 – Episode 4-08

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LOST, 3-22/23, „Through The Looking Glass“

Verfasst von Tom am 25 Mai 2007

lost322

Drehbuch: Damon Lindelof, Carlton Cuse
Regie: Jack Bender

Ben: „Jack. She’s one of the bad guys.“
Jack: Oh, I almost forgot, you’re the good guys.“

Es war zu erwarten, daß „24″ nach dieser verkorksten Season auch ein verkorkstes Finale bekommt; es war leider auch abzusehen, daß man „Veronica Mars“ nach zwei exzellenten Seasons und der umgestalteten dritten Season kein Serienfinale gönnen würde, aber letztlich hat man nicht einmal das Gefühl eines Seasonfinales erzeugen können. Es war nicht vorherzusehen, daß diese ausgezeichnete erste Season von „Heroes“ etwas schwach auf der Brust endet, aber ich hatte keinen Zweifel daran, daß „LOST“ in dieser Season stark enden würde … und ich wurde sogar noch positiv überrascht. Damon Lindelof, Carlton Cuse, Hut ab, das war der Höhepunkt dieser TV-Season!

Diese dritte Season hatte zwei große Handlungsbögen, einmal die Pläne und Probleme der Others, insbesondere Bens, zum anderen die Visionen von Desmond. Da ist es nur passend, daß beide Handlungsbögen im Finale zu einem – zumindest vorläufigen – Ende kommen.

Bens Plan, die Frauen zu entführen und jeglichen Widerstand der Männer gewaltsam zu unterbinden, geht nicht auf, weil Juliet und Karl ihn verraten haben. Zwar können Sayid, Jin und Bernard gefangen genommen werden, aber seine Führungsposition schwindet weiter und als sei das nicht genug, gipfeln seine Probleme im Auftauchen von Charlie in der Unterwasserstation. Nicht nur, daß seine Leute von weiteren Lügen erfahren, die er ihnen aufgetischt hat, das Ausschalten des Störsignals gefährdet seiner Meinung nach das Leben aller Menschen auf der Insel.

Diesmal ist keine Zeit für komplexe Pläne und Psychospiele, er versucht in aller Eile Jack und die Gruppe von Losties abzufangen, bevor sie das Funkgerät benutzen können, und ihm das Gerät abzuschwatzen; die einzige Karte, die er noch aufspielen kann, sind die drei Gefangenen, doch Jack geht nicht darauf ein. Sein Drang, die Insel zu verlassen, ist zu groß, und so geht er tatsächlich die Gefahr ein, daß sie erschossen werden.

Ben ist geschlagen, und nicht nur durch Jack, der wild auf ihn einprügelt; er ist wieder gefangen, seine Tochter wendet sich immer deutlicher von ihm ab, viele der Others zweifeln an ihm als Anführer und das Schlimmste überhaupt tritt ein: Jack nimmt Kontakt mit dem Frachter auf, den wirklichen Bösewichten, wie er glaubt.

Am Strand wird klar, warum die Autoren Bernard in der Rolle eines der drei Scharfschützen haben wollten: Nur dadurch, daß er tatsächlich die Wahrheit ausplaudert, kann er die Exekution von Jin verhindern. Wäre an seiner Stelle ein störrischer Sawyer dort gewesen, hätte diese Szene wohl anders ablaufen müssen als mit Bernard, der ja noch von Rose eingetrichtert bekam, daß er kein „Rambo“ sei.

Dennoch sollte Sawyer am Strand den sich ergebenden Tom erschießen, vermutlich um zu zeigen, daß Sawyer auch nach dem Mord an Lockes Vater seinen inneren Dämonen nicht entkommen kann. Erreicht haben sie dieses Ziel, indem sie Sawyer und Juliet zurückgehen ließen, was meiner Meinung nach nicht völlig glaubwürdig erscheint, zumal sie nicht bewaffnet sind. Aber durch einige humorvolle Dialogzeilen kann man leicht darüber hinwegsehen.

Daß letztlich Hurleys beherztes Eingreifen in die Situation die Geiselnahme am Strand beendet und Ben einiger seiner besten Leute fürs Grobe beraubt wird, kam sehr unerwartet, ist aber um so erfreulicher für die Fans dieses Charakters, der sich ja in letzter Zeit ziemlich nutzlos vorkam. Und auch ein gefesselter Sayid kann tödlich sein, Donnerwetter, das wäre auf der Jack-Bauer-Skala eine glatte 10!

Ich war nicht so sehr überrascht, daß Desmond Charlie in die Unterwasserstation „Looking Glass“ folgte, das ahnte ich schon, aber er hatte einen guten Grund dafür: Mikhail, der robuste Russe, schoß auf ihn, und folgte ihm dann auch noch in die Station. Soviel Besuch hatten Bonnie und Greta, die beiden Bewohnerinnen der Station, wahrscheinlich schon lange nicht mehr, und es sollte ihnen auch nicht gut bekommen. Ben war nicht bereit, das kleinste Risiko einzugehen, und befahl Mikhail, Charlie und die beiden Frauen zu töten, dann hätte nur er allein den Code zum Abstellen des Störsignals gekannt, aber kaum machte sich Mikhail an die Arbeit, kam Desmond dazwischen.

Eine sehr schöne Idee ist, daß nur Charlie – ein Musiker – in der Lage war, den Code doch noch einzugeben, weil er die Noten von „Good Vibrations“ kannte. Charlies Tod ist spätestens seit der letzten Episode zu erwarten gewesen, nicht aber der Grund: Mikhail, das ewige Stehaufmännchen, ist noch immer nicht tot, zündet eine Handgranate, und ich wette, die überlebt er auch noch.

Wieder darf Charlie heldenhaft sein, im Todeskampf gab er Desmond die an sich wichtige Nachricht weiter, daß der Frachter nicht von Penny geschickt wurde; er konnte ja nicht ahnen, daß Jack zu spät davon erfahren würde. Mit letzter Kraft bekreuzigt Charlie sich, und stirbt wie von Desmond vorhergesehen. Wichtig anzumerken ist noch, daß die Station nicht geflutet wird, und daher später in der Serie wohl wieder vorkommen wird.

Ob sich mit Charlies Tod nun auch Desmonds Visionen einstellen werden, bleibt erst einmal eine offene Frage, aber überreizen darf man das Thema auch nicht; würde er in der nächsten Season den Tod eines anderen Charakters sehen, wäre das schon zuviel des Guten, wenn überhaupt, dann sollte er eher allgemeine Visionen die ganze Gruppe betreffend haben, oder man verzichtet ganz darauf.

Apropos: Auch wir Zuschauer kamen quasi in den Genuß unserer ganz eigenen Zukunftsvision, und zwar Jack betreffend. Statt einer Backstory eine Art „Forward Story“ zu machen und dies erst in der allerletzten Szene eindeutig aufzulösen, ist einfach ein Geniestreich! Nach dem zweiten Ansehen der Doppelepisode ist mir klar, daß man durch das Handy durchaus hätte darauf kommen können, daß die Handlung nicht 2004 oder sogar noch früher spielt, aber ich bin froh, daß ich nicht darauf geachtet habe und somit wirklich überrascht worden bin.

Wenigstens Jack und Kate sind gerettet worden, vermutlich aber noch mehrere Losties, und Jack wurde zu einem saufenden, tablettensüchtigen Wrack mit Tendenz zum Selbstmord. Man bekommt natürlich den Eindruck, daß letztlich der Kontakt mit dem Schiff der Auslöser dafür war, aber es bleibt offen, was wirklich Jack so sehr zu schaffen macht, zumal es Kate offenbar deutlich besser geht als ihm.

Jack hat in der Zwischenzeit eingesehen, daß es ein Fehler war, die Insel zu verlassen, und er versucht verzweifelt, wieder auf ihr abzustürzen – auf diese Idee muß man erst einmal kommen. Wer in dem Sarg liegt, bleibt natürlich offen, aber wenn ich tippen sollte, würde ich sagen Locke.

Ach ja, noch so ein Stehaufmännchen. Locke überlebt die Schußverletzung natürlich, will sich jedoch erschießen, weil er glaubt, wieder gelähmt zu sein. Walt erscheint ihm, sagt, er könne sehr wohl gehen und habe noch Arbeit zu erledigen, und schon glaubt Locke wieder an sich. Das wurde vielleicht ein wenig zu kurz behandelt, von „alles aus, ich erschieß mich“ zu „geht doch wohl noch“ in wenigen Sekunden … mußte Locke wirklich noch einmal daran erinnert werden, was auf dieser Insel alles möglich ist? Mir kam das ein wenig so vor, als wollte man partout den Gastauftritt von Walt irgendwo unterbringen.

Man muß wohl davon ausgehen, daß Locke von der Erscheinung, die vermutlich Jacob und/oder Smokey war, weitere Informationen bekommen hat, denn woher sonst sollte Locke wissen, was gerade beim Funkturm vor sich geht und daß man auf keinen Fall Kontakt zum Schiff aufbauen darf?

Er bringt es nicht fertig, auf Jack zu schießen, und diesmal könnte das wirklich die falsche Entscheidung gewesen sein, wir werden sehen.

Alles in allem ist diese Finalepisode mehr gewesen als nur eine Doppelfolge, sie ist noch runder geworden als sonst, und fühlte sich mehr wie ein Spielfilm an. Das Ende ist nicht nur die typische Ansammlung von Cliffhangern, bei denen Leute in Gefahr sind. Man bekommt das Gefühl, daß ein Kapitel nun abgeschlossen wurde, und mit der nächsten Season ein neues beginnt.

Ich vergebe nicht oft eine 1, aber hier ist sie vollends verdient. Was hätte man schon besser machen können? Nicht viel, kleinere Ungereimtheiten habe ich ja schon erwähnt, sonst kommt mir nur eine Idee in den Sinn: Jetzt, da Locke sogar den Schuß von Ben überlebt hat, wird er wohl von den Others noch mehr als „special“ angesehen werden, wenn sie davon erfahren. Daher wäre es schön gewesen, Bens Reaktion auf Lockes plötzliches Erscheinen beim Funkturm deutlicher zu machen, er sollte eigentlich überraschter sein als alle anderen, aber auch das ist nur eine Kleinigkeit.

Note: 1–

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LOST, 3-21, „Greatest Hits“

Verfasst von Tom am 20 Mai 2007

lost321b

Drehbuch: Adam Horowitz, Edward Kitsis
Regie: Stephen Williams

Jack: „For the very first time we know exactly what they want, when they’re coming to get it, and they have no idea that we’re gonna be waiting for ‘em. [...] So tomorrow night … we stop hiding, we stop running. We stop living in fear of them, because when they show up … we’re gonna blow ‘em all to hell.“

Jetzt, da die Losties endgültig alle wissen, daß die Others eine Art „Raub der Sabinerinnen“ planen, wird es endlich klar, daß Jack nicht nur mit Juliet am Strand gesessen hat, sondern einen Plan erdacht und mit Hilfe von Danielle vorbereitet hat. Mit dem Dynamit aus der „Black Rock“ sollen die Others in die Luft gesprengt werden, wenn sie sich den gekennzeichneten Zelten nähern, und man muß schon ein wenig staunen, wie fleißig Danielle gewesen ist.

Wir haben sie ja schon Dynamit holen sehen, aber wir wissen auch aus der zweiten Season, wie gefährlich und daher zeitaufwendig das ist, und dennoch kann man in einer Einstellung sehen, daß sie wohl ein Dutzend Stäbe für nur ein Zelt aufschichten. Zudem hat Jack noch Dynamit übrig, um einen Baum damit zu fällen, als er seinen Plan erklärt, und das ist dann auch der Knalleffekt, den er benötigt, um seine Opposition aus Sawyer und Sayid bestehend zum Schweigen zu bringen.

Sayid stellt sich ihm nur in einem Punkt entgegen, und zwar als es darum geht, wer die Losties vom Strand zum „Radio Tower“ und damit in Sicherheit führen soll, und wer es übernimmt, die Others am Strand zu empfangen. Jack sieht ein, daß Sayid recht hat, und ist einverstanden, mit ihm die Rollen zu tauschen.

Ähnlich wie vor kurzem noch Jack ergeht es Ben im Camp der Others, auch er hatte in letzter Zeit wiederholt mit Kritik seiner Leute und sogar seiner angeblichen Tochter zu tun, aber seit er auf Locke geschossen hat, scheint er entschlossener denn je zu sein. Der Plan, die schwangeren Frauen zu entführen, soll nun schnellstmöglich ausgeführt werden, und Kritik von Richard läßt er kaum noch an sich heran; Ben reißt das Kommando an sich.

Durch Karl gewarnt werden die Losties zwar nicht überrascht, aber aus sicherer Entfernung kann das Dynamit nun nicht mehr gesprengt werden. Sayid schlägt vor, darauf zu schießen, was jedoch einige Leute in der Nähe der Zelte erfordert. Sayids zusätzlichen Plan, Naomis Schiff zu kontaktieren, gefällt ihm nun auch besser, was es laut Juliet aber nötig macht, in der Unterwasserstation „Looking Glass“ ein Störsignal auszuschalten.

Ja, die legendäre Unterwasserstation, seit der zweiten Season von den Fans herbeigesehnt, kommt nun endlich ins Spiel, und es ist schon als kleiner Produktionsfehler anzusehen, daß auf Sayids Plänen der Station diese als „Hatch“ bezeichnet wird. Dieser Begriff stammt ja von den Fans der Serie, der darauf zurückgeht, daß Locke und Boone in der ersten Season (genauer: Episode 1–11) eine Luke im Boden entdeckt haben. (Zu diesem Zeitpunkt war es noch eine Luke im Bett eines zum Rinnsal gewordenen Flüßchens, später dann eine Luke im Waldboden.) Der Bunker darunter, der in Episode 2–01 zum ersten Mal gezeigt wurde, nannten Lost-Fans seitdem „Hatch“, ebenso alle anderen Dharma-Stationen. Auf Dharma-Plänen ist dieser Begriff hingegen sinnlos. Aber sowas kann schon mal passieren. :-)

Charlie meldet sich freiwillig, um zur Station zu tauchen, die laut Juliet geflutet ist, und das Pikante daran ist, daß er davon ausgeht, dort auch zu ertrinken. Desmond hatte wieder eine Vision, in der er genau dies sah, aber Charlie ist bereit, sich zu opfern, weil Desmond auch gesehen hat, daß Claire und Aaron von einem Hubschrauber von der Insel geholt werden, eben weil er einen bestimmten Schalter umlegt, bevor er ertrinkt. Der angeblich ehemalige „junior swim champion“, der laut Desmond auch schon bei dem Versuch, Claire zu retten, ertrunken wäre, ist bereit, diesmal wirklich zu ertrinken – um Claire zu retten.

Als eine Art Abschieds- und Liebesbrief schreibt Charlie die fünf schönsten Momente seines Lebens auf, und in seiner Backstory sehen wir eben diese: Er hört seine Band zum ersten Mal im Radio, sein Vater bringt im Schwimmen bei, er bekommt den Familienring von seinem älteren Bruder, er wird von einer Frau (war das Sayids Nadia?) als Held bezeichnet, und auf Platz 1: als er Claire traf.

Charlie und Desmond rudern mit Karls Kanu zur Station raus, und obwohl Desmond bereit ist, es selbst zu tun, schlägt Charlie ihn bewußtlos, weil er sichergehen will, daß die Rettung von Claire und Aaron auch wirklich stattfindet, und macht sich auf den langen Weg nach unten in die dunkle See, er finde den „Moon Pool“ („The Abyss“ läßt grüßen), und die Station ist weder geflutet, noch unbewohnt.

Es klang ja auch für Jack unwahrscheinlich, daß eine geflutete Station noch ein Störsignal aussenden kann, daher war es keine so große Überraschung, sie funktionsfähig anzutreffen. Aber sie ist zudem noch bewohnt von wenigstens zwei bewaffneten Frauen. Sie sind wohl zu jung, um die letzten Dharma-Mitglieder zu sein, aber vielleicht sind es auch Frauen der Others, die auf alle Fälle verhindern wollen, schwanger zu werden …

Weiterhin fiel das weiße Kaninchen auf, das Alex ausgenommen hat, als Ben wieder ins Camp kam. Die Unterwasserstation hat im Dharma-Logo ein weißes Kaninchen, zudem hatte Ben eins als Kind und benutzte auch eines, um Sawyer hereinzulegen. Wofür kann denn bloß ein weißes Kaninchen als Symbol stehen?

Wird Charlie sterben? Ich sage ja. Es geht gar nicht so sehr darum, daß es die ganze Season lang behauptet wurde, er würde früher oder später sterben, sondern darum, mit wie viel Feingefühl diese (bisher beste!) Charlie-Episode geschrieben wurde, wie angenehm, liebevoll und sogar heldenhaft er sein durfte, nachdem er in der zweiten Season ein wenig von den Autoren vernachlässigt worden ist, gerade mal mit Mr. Eko eine Kapelle bauen durfte, was aber schnell im Sande verlaufen ist, und sich später hauptsächlich mit Locke gezickt hat. Charlie wurde noch einmal in ein äußerst positives Licht gesetzt, er hat sich nicht nur von Claire, Aaron und Hurley verabschiedet, sondern gewissermaßen auch von den Zuschauern, denn im Finale wird für ruhige Momente wohl nicht mehr viel Zeit bleiben.

Note: 2

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LOST, 3-20, „The Man Behind The Curtain“

Verfasst von Tom am 13 Mai 2007

lost320b

Drehbuch: Drew Goddard, Elizabeth Sarnoff
Regie: Bobby Roth

Ben: „This is where I came from, John. These are my people – the Dharma Initiative. They came here seeking harmony, but they couldn’t even coexist with the island’s original inhabitants. When it became clear that one side had to go, one side had to be ‘purged’, I did what I had to do.“

Was sagte Hurley noch in Episode 3–10: „That guy had a mom, a family and friends. Oh, and a name. Not Skeletor, it’s Roger Workman.“ In der Tat haben wir im Grunde fast eine Backstory von „Roger Workman“, also „Roger Linus, Work Man“, bekommen. Ich überlegte in meinem Kommentar zur letzten Episode, ob Ben diesen Roger oder vielleicht seinen eigenen Vater getötet habe, und beides stimmt genau genommen.

Wir sehen, daß Ben tatsächlich nicht auf der Insel geboren wurde, sondern in der Nähe von Portland, und erst im Alter von ungefähr 10 Jahren (Schauspieler Sterling Beaumon war bei den Dreharbeiten 11) auf die Insel gekommen ist. An der Seite seines widerlichen Vaters, der ihm keine Liebe, aber die Schuld am Tod der Mutter gab (quasi ein „geborener Mörder“), hat er relativ lange bei den Dharma-Mitarbeitern gelebt, ohne sich als ein Teil von Dharma zu fühlen.

Es ist schwer zu schätzen, wie lange es gedauert hat zwischen dem ersten Treffen von Ben und Richard Alpert, der einzigen Person von der wir ziemlich sicher annehmen können, einer der echten Others zu sein, und dem „Purge“, dem Massenmord an fast allen Dharma-Leuten, denn man nahm ja wieder den über 50–jährigen Michael Emerson, um den nun erwachsen gewordenen Ben darzustellen. Geholfen hätte es, wenn die nun erwachsene Annie zu sehen gewesen wäre, aber so bleiben wir ohne eine brauchbare Zeitangabe.

Wichtig ist dies aber nicht, um einschätzen zu können, daß seit dem ersten Treffen mit Richard dieser bis heute (in der Handlung also Ende 2004) keineswegs gealtert ist. Die schon oft erwähnten Selbstheilungskräfte auf der Insel scheinen sich auch darauf zu erstrecken, Menschen langsamer (oder gar nicht) altern zu lassen. Andere Theorien gibt es natürlich im Familienpack: Zeitreise, Vater und Sohn Richard, Klone, Smokey … Aber die Frage von Ben „You do remember birthdays, don’t you, Richard?“ scheint mir eher in Richtung besonders langes oder ewiges Leben zu gehen.

Richard scheint sich sofort für den jungen Ben zu interessieren, weil dieser erzählt, er habe seine tote Mutter gesehen. Da Ben später sogar die Others anführt, scheinen sie schon damals in ihm etwas Besonderes gesehen zu haben, er scheint also wirklich „special“ zu sein.

Jetzt jedoch droht ihm, unter anderem durch seine Erkrankung, diese Stellung bei den Others zu verlieren, verstärkt wird dies durch das Auftauchen eines anderen Mannes, der noch eindeutiger einen besonderen Zugang zur Insel zu haben: John Locke.

Erinnern wir uns, was Ben, den wir damals nur unter dem Namen „Henry Gale“ kannten, in der Episode 2–20 zu Locke gesagt hat:

Ben: „So either Jack comes back here and kills me, or my people find out where I’m being held, and they do it.“
Locke: „Why would your own people want to kill you?“
Ben: „Because the man in charge … He’s a great man, John, a brilliant man. But he is not a forgiving man. He’ll kill me because I failed, John. I failed my mission.“
Locke: „What mission?“
Ben: „When that woman caught me in her trap, I was on my way here, John. I was coming for you.“

Interessant sind hier gleich zwei Dinge. Erstens erscheint es jetzt durchaus glaubwürdig, daß Ben schon damals wirklich wegen Locke auf dem Weg zu den Losties war, entweder, um Locke kennenzulernen, ihn zu entführen (unwahrscheinlich, er war ja allein), oder ihn gar zu töten. Die Others interessierten sich bereits für Locke, und Ben versuchte dann im Hatch gefangen herauszufinden, was es mit Locke wirklich auf sich hat.

Zweitens spricht Ben in dieser Passage von einem Anführer, und es blieb ja bis heute offen, ob überhaupt jemand anderes als er selbst in Frage kommt. Auch wenn es zuerst so aussah, als sei Ben wahnsinnig und bilde sich Jacob nur ein (oder spielt Locke nur etwas vor), die Episode nimmt dazu recht genau Stellung, in dem wir nicht nur etwas zu hören, sondern auch zu sehen bekommen: Eine geisterhafte Gestalt eines Mannes. Wir können zwar davon ausgehen, daß wir jetzt bis zur nächsten Season warten müssen, um mehr zu erfahren, aber da scheint wirklich jemand zu sein, den Ben bewundert, und der nur von wenigen Leuten wahrgenommen werden kann.

Entweder, dies ist für Ben der beste Beweise, daß Locke tatsächlich „special“ ist, und er will seinen Konkurrenten loswerden, oder er schießt auf ihn, um zu testen, ob die Heilungskräfte der Insel ihm wieder helfen, wobei es vielleicht so ist, daß Jacob darüber entscheidet, wem sie helfen, und wem nicht, denn Ben sagt am Ende, als sie darüber sprechen, was Jacob zu Locke gesagt hat „Well, I certainly hope he helps you, John.“ Wie ernsthaft er das wirklich hofft, bleibt aber zunächst offen.

Das Geschehen am Strand war im Gegensatz zu der schon geschilderten Handlung recht kurz und wenig ergiebig. Naomi, die wirklich nicht von Ben geschickt wurde, geht es tatsächlich schon besser, Juliet hat Jack eingeweiht in Bens Plan, Sun zu entführen, und Jack stellt sich seinen Kontrahenten mit der ziemlich arroganten Aussage, er habe bisher niemandem davon erzählt, weil er noch nicht wisse, was zu tun sei.

Alex gab Locke eine Waffe; wieviel weiß sie über Jacob, oder genauer über Bens Pläne? Der erwähnte Vulkan wird eindeutig irgendwann ausbrechen, oder? Das Hauptthema der zweiten Season war Dharma, das dieser die Others, ich tippe mal darauf, daß wir in der nächsten Season mehr über die „Hostiles“ erfahren, die ursprünglichen Einwohner, bevor sie sich unter Bens Leitung mit einigen wenigen Dharma-Mitarbeitern zusammentaten, die anderen ermordeten, und deren Gebäude und Gegenstände zu benutzen begannen.

Note: 2+

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LOST, 3-19, „The Brig“

Verfasst von Tom am 7 Mai 2007

lost319

Drehbuch: Damon Lindelof, Carlton Cuse
Regie: Eric Laneuville

Ben: „When people join us here on this island, they need to make a gesture of free will, of commitment. That’s why you’re gonna kill your father.“

Die Idee der besonderen Heilungskräfte der Insel ist alles andere als neu, spätestens seit der Episode 1–04 „Walkabout“ geistert sie durch die LOST-Fangemeinde. Auch in dieser Season wurde mehrmals darauf eingegangen, ebenso wie in dieser Episode. Vor 4 Wochen (unserer Zeit) verabschiedete sich Locke von Kate, und man durfte rätseln, warum seine rechte Hand bandagiert war. Dieses kleine Rätsel ist nun gelöst, denn wir sahen, daß sein Vater ihm in die Hand biß. Tage später ist nichts mehr zu sehen, nicht einmal eine winzige Narbe. Ich hatte Mückenstiche, die länger zu sehen waren!

Die Insel ist ihm noch immer gut gesonnen, ich nenne es mal in Ermangelung eines besseren Begriffs das Inselkarma, denn wir wissen ja bereits, daß nicht alle Personen auf der Insel dieses Glück haben. Allen voran scheint Ben sein Inselkarma verspielt zu haben; erst bekommt er einen Tumor, was gar nicht möglich sein sollte, dann braucht er länger als erwartet, bis die Folgen der Operation verheilen. Ben sollte „special“ sein, ist es aber wohl nicht oder nicht mehr, ganz im Gegensatz zu Locke. Für Bens ohnehin nicht gut gefestigte Stellung bei den Others ist das offenbar Gift. Was hat Ben falsch gemacht? In der nächsten Episode erfahren wir mehr über ihn, und vielleicht sehen wir ja, daß er „Roger Workman“ getötet hat, oder gar seinen eigenen Vater.

So sehr Locke auch dazugehören möchte, wie schon in Episode 3-03 gezeigt kann Locke nicht aus diesem Grund kaltblütig töten. Vielleicht ahnt er auch, daß dies nicht gut wäre für sein Inselkarma, doch Hilfe bekommt er in Gestalt von Richard Alpert, der ihm die Lösung in Form einer Akte auf dem Tablett liefert: Es gibt eine zweite Person, die Lockes Vater bis aufs Blut haßt und auch schon getötet hat: Sawyer.

Es ist schwer, bei einer Figur wir Alpert, die man bisher nicht oft gesehen hat, auf die Motivation zu schließen, aber bisher deutet nichts darauf hin, daß er nicht die Wahrheit gesagt hat, denn die Gruppe der Others ist bei weitem nicht homogen. Locke wendet eine kleine List an, um Sawyer in eine enge räumliche Situation mit seinem Vater zu bringen, und zugegebenermaßen ist es ein kleiner Trick des Drehbuchs um Zeit zu sparen, daß dieser sogleich alles mögliche erzählt und zugibt. Sawyer braucht sich gar nicht anzustrengen, ihn auszufragen, der sprudelt die Informationen nur so hervor. Dabei nutzen Lindelof und Cuse diese Gelegenheit auch gleich, die Geschichte von Naomi das Wrack von Flug 815 betreffend zu bestätigen. Selbst wenn sich andere Aussagen von Naomi später als Lügen entpuppen, bleibt dieser Teil ihrer Geschichte glaubwürdig, wenn auch rätselhaft.

Entgegen meiner Befürchtungen, Sawyer sei jetzt endgültig weich geworden, bringt er Lockes Vater doch um, was Locke ihm dankt, denn er glaubt nun sich ein Recht auf weitere Informationen von Ben erschleichen zu können, ohne sein Inselkarma gefährdet zu haben.

Doch wie sieht es um das von Sawyer aus? Bereits vor dem Flug mit Oceanic 815 hat er einen Mann kaltblütig umgebracht, und wenn wir uns an seine Schußverletzung in der zweiten Season erinnern, hatte er lange daran zu knabbern und es war sogar recht knapp für ihn. Von den besonderen Heilungskräften der Insel konnte er offenbar nicht profitieren. Sollte er demnächst mit Jack aneinander geraten – früher hätte ich auf Kate als Hauptgrund gesetzt, jetzt eher auf Juliet – sollte er besser vorsichtig sein. Sawyers vorübergehendem Anflug von Führungsqualität in Jacks Abwesenheit traue ich nicht ganz; es wirkt auf mich ein wenig so, als habe man ihn noch einmal „nett“ sein lassen, bevor er rausgeschrieben wird. (Keine Angst, liebe Frauen, der Charakter des Sawyer und Darsteller Josh Holloway sind viel zu beliebt, um auf sie zu verzichten. Das werden sich die Autoren schon nicht trauen. Ich schreibe nur, wie die Situation auf mich wirkt, das kann nächste Woche schon wieder anders sein.)

Locke nimmt die Aussage von Ben wörtlich, schultert die Leiche seines Vaters, und folgt den Spuren der Others. Wenn die Others wissen, daß Ben ihm Informationen versprochen hat, wenn er mit der Leiche ankommt, wird Ben sich vermutlich wirklich genötigt fühlen, Locke zumindest teilweise einzuweihen, selbst wenn er ahnt, daß Lockes Geschichte nicht wasserfest ist, und das könnte er daran sehen, daß der Vater nicht erstochen, sondern mit einer groben Kette erdrosselt wurde.

Es gibt noch eine Ebene der Beeinflussung zwischen Ben und Locke: Es ist ja wohl kein Zufall, daß Locke hören konnte, was sich auf dem Band befindet, und wo Ben das Diktiergerät untergebracht hat. Offenbar will er, daß Locke diese Informationen an die Losties weitergibt, was Locke auch tatsächlich tut. Aber man kann vermuten, daß Locke lediglich bewußt mitspielt; schon öfter wurde darauf hingewiesen, daß Locke gerne „spielt“, zuletzt mit dem Computerschachprogramm in Mikhails Haus, und man darf ihn daher nicht unterschätzen. Doch was könnte Ben damit bezwecken, Juliet auffliegen zu lassen?

Ben denkt immer um mehrere Ecken, wenn die Losties glauben, sie haben einen Maulwurf entdeckt, werden sie nicht nach einem weiteren suchen. Vor zwei Wochen fiel mir auf, daß wir erstaunlicherweise nicht zu sehen bekamen, wie Naomis Hubschrauber abstürzte. Und tatsächlich hat nun auch Sayid diesen Punkt aufgegriffen. Aber könnte es tatsächlich sein, daß Naomi nicht von Penny geschickt worden ist, sondern von Ben? Wir wissen, daß die Akten von den Others über die Losties extrem gut recherchiert sind, aber wie sieht es mit Desmond aus? Seit der Implosion des Hatches und dem elektromagnetischem … Ereignis hatten sie keinerlei Kontakt mehr zum Rest der Welt. War denn zuvor genügend Zeit, eine Akte über Desmond anzufordern? Ja, ich denke schon. In der Nikki-und-Paulo-Episode sahen wir, daß man über die Monitore in der Pearl-Station in die Swan-Station, also ins Hatch sehen konnte. Warum sollten wir davon ausgehen, daß sie das nicht schon getan haben, als Desmond drei Jahre lang dort die Knöpfe drückte? Vielleicht hatten sie eine Akte über ihn bereits Jahre vor dem Absturz von Flug 815.

Über die Art und Schwere von Naomis Verletzung haben wir bisher nur die Aussage von Mikhail, und wenn sich Jack nicht bald mal in das Geschehen einmischt, bleibt das auch so. Aber die richtigen Weichen wurden ja gestellt durch Kate, die in ihrer Wut über Jack einfach alles ausplauderte. Interessanter in dieser Szene ist natürlich der kleine Dialog zwischen Jack und Juliet: Sie will etwas verraten, Jack aber noch nicht. Verfolgen die beiden ebenfalls einen Plan oder hat sie ihm etwas Wichtiges erzählt?

Noch etwas zu der Magic Box: Natürlich war es nur eine Metapher von Ben, aber zumindest Lockes Vater kam nicht auf irgendeine mysteriöse Art und Weise auf die Insel, sondern ähnlich wie Juliet, nämlich betäubt, und das nach einem herbeigeführten Autounfall. Was noch auffiel: Danielle braucht Sprengstoff, wir sahen eine alte Säule, die an den Statuenfuß erinnert, die Others wohnen zur Zeit in Zelten, Cindy paßt noch immer auf die Kinder auf, und die Autoren spielen mit den Zuschauern (Hölle oder nicht Hölle?).

Note: 2+

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LOST, 3-18, „D.O.C.“

Verfasst von Tom am 30 April 2007

lost318

Drehbuch: Adam Horowitz, Edward Kitsis
Regie: Frederick E.O. Toye

Sun: „I lose either way. If I’m going to live … that means the baby’s not Jin’s.“

Man könnte fast glauben, die Losties haben mit einer alten Gewohnheit gebrochen, und erzählen sich jetzt einander, was sie erlebt und in Erfahrung gebracht haben! Kate erzählt Sun, was sie über Juliet weiß, Hurley weiß von Mikhail, dem „electro-fence thingy“, und daß Locke dessen Station in die Luft gesprengt hat, und Claire und Kate haben Sun von dem medizinischen Hatch erzählt.

In Suns Backstory sehen wir, was Sun bereit ist zu tun, um ihren geliebten Jin vor Scham und Schande zu bewahren. Sie geht nicht nur einen Deal mit ihrem Vater ein, sondern äußert Jins Mutter gegenüber am Ende quasi eine Morddrohung. Aber nicht nur seine Mutter lernt sie kennen, sondern auch den sehr liebenswerten Vater, der Jin allein aufgezogen hat.

Auch wenn Sun von Juliet erfahren hat, daß schwangere Frauen auf der Insel normalerweise sterben, würde sie ihr mitten in der Nacht in den Dschungel folgen, ohne weitere Fragen zu stellen? Eine Frage könnte sein, warum das ein Geheimnis sein muß, und eine andere, warum nicht wenigstens Kate mitkommen kann. So wie wir Juliet kennen, hätte sie vermutlich wieder recht einleuchtende Erklärungen parat, aber daß Sun ihr so einfach folgt, finde ich nicht völlig glaubwürdig, denn aus ihrer Perspektive ist Juliet ein Other und erst vor Stunden im Camp eingetroffen.

Per Ultraschall kann Juliet dann das Alter des Fötus bestimmen, und es wird wohl eher wenige Zuschauer überrascht haben, daß tatsächlich Jin der Vater ist – zum einen ist das die „spannendere“ Version, zum anderen ist noch extra betont worden, daß Männer auf der Insel um den Faktor 5 fruchtbarer sind als normal.

Suns Todesurteil scheint zwar damit besiegelt zu sein, aber die zwei Monate, die sie noch hat, entsprechen ja bei dem Tempo, daß die Serie zur Zeit hat, immerhin zwei ganze Seasons, so daß die Autoren noch viel Zeit haben, sich etwas auszudenken.

Was war das für ein Gesichtsausdruck von Sun, als Juliet noch einmal in den Bunker wollte? Hat sie geahnt, daß Juliet etwas vorhat, und ist sie ihr gefolgt? Uns Zuschauern war doch recht klar, daß Juliet noch etwas zu erledigen hatte, und tatsächlich hat sie ja für Ben eine Nachricht hinterlassen, die sehr interessant ist: Auch die anderen Frauen – insbesondere Kate – sollen noch untersucht werden. Hat Ben Kate und Sawyer nur im Eisbärenkäfig beobachtet und reagiert nun darauf, oder war das wirklich von Anfang an geplant?

Die zweite Inselhandlung dreht sich weiter um Naomi, deren Name noch immer nicht bekannt ist. Mikhail hat überlebt und stabilisiert ihren Zustand; angeblich sei sie wieder in einem bis anderthalb Tage in Ordnung. Er erklärt das mit der Wirkung der Insel, aber ob es ihr dann wirklich wieder so gut geht, bleibt abzuwarten, da möchte ich eine zweite Meinung von Jack einholen. Die selektive Heilungswirkung der Insel scheint Mikhail ja geholfen zu haben, aber Boone, Shannon, Ana Lucia, Libby und einige andere waren da weniger glücklich. Oder wären sie auch wieder zu sich gekommen, wenn … nun, wenn man sie nicht begraben hätte? Leben Mrs. Klugh und Danny etwa noch? Zumindest Goodwin hat man nicht begraben, und er scheint sich nicht erholt zu haben. Soviel zu dieser Theorie. Vermutlich.

Naomi ist in bester LOST-Manier noch nicht in der Lage, viel zu erzählen, aber sie kann immerhin verschiedene Sprachen:

– Zuerst sagt sie „Me estoy muriendo“, was spanisch für „Ich sterbe“ ist
– Dann sagt sie „Hilfe, ich sterbe“ auf italienisch: „Aiutame sto morendo“
– Zuletzt sagt sie auf portugiesisch „Eu não estou só“: „Ich bin nicht allein.“ Zumindest diesen Teil hat Mikhail – wohl absichtlich – nicht richtig übersetzt.

Eine Information hat sie letztlich doch noch beizusteuern, denn sie ist der Meinung, daß die Wrackteile von Flug 815 gefunden worden sind, und niemand überlebt hat. Das ist durchaus die größte Überraschung dieser Episode, denn jeder Flugzeugabsturz wird enorm akribisch untersucht, jedes Wrackteil wird unter die Lupe genommen, der Ablauf genau ermittelt, und jedes Leichenteil per DNA-Analyse einem Passagier oder Besatzungsmitglied zugeordnet, so daß man ganz genau sagen kann, ob man alle Leichen gefunden hat, oder nicht.

Mal alle übernatürlichen Erklärungsversuche beiseite gelassen: Es ist schwer zu glauben, daß ein solcher Absturz gefälscht werden kann. Klar, mit Zuckerbrot und Peitsche, also Bestechung und Nötigung, kann man viel erreichen, aber alle verantwortlichen Personen bei der NTSB (oder dem australischen Pendent) auf diese Weise zu beeinflussen, dürfte enorme Geldmittel und Macht nötig machen. Wer käme in Frage? Charles Widmore? Der mysteriöse „Jacob“?

Note: 2

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