Gerade gesehen

Filme und Serien kurz kommentiert

  • Spoilers inside!

    Es ist fast unmöglich über einen Film zu schreiben, ohne Informationen über den Inhalt preiszugeben, und ob eine Information bereits ein Spoiler ist oder nicht, wird manchmal sehr unterschiedlich empfunden. Hier wimmelt es auf jeden Fall von Spoilern, also Vorsicht, ich möchte niemandem den Spaß verderben.
  •  

    November 2009
    M D M D F S S
    « Jan    
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    30  
  • Archive


Archiv für die Kategorie ‘--- "Dexter"’

Takes life. Seriously.

Dexter, 2-12, "The British Invasion"

Verfasst von Tom am 18 Dezember 2007

Dexter212

Drehbuch: Daniel Cerone, Melissa Rosenberg
Regie: Steve Shill

Dexter: „The code is mine now, and mine alone. So too are the relationships I cultivate. They’re not just disguises anymore. I need them, even if they make me vulnerable. My father might not approve, but I’m no longer his disciple. I’m a master now, an idea transcended into life. And so this is my new path, which is a lot like the old one, only mine. To stay on that path, I need to work harder, explore new rituals, evolve.“

Die Produzenten weihten Eric King schon am Anfang der Season darin ein, daß sie Sgt. Doakes im Staffelfinale sterben lassen würden, und nach und nach erfuhren es dann auch die anderen Schauspieler der Serie, so daß die größte Überraschung wohl darin zu sehen ist, daß es so gut wie keine Spoiler über diese Serie gibt.

Seit Doakes wußte, daß Dexter der Bay Harbor Butcher ist, gab es nicht mehr viele Möglichkeiten, die den Autoren blieben. Sie wollten nicht, daß Dexter den „Code of Harry“ bricht und Doakes selbst tötet, sie haben zum großen Glück nicht den sehr einfallslosen Ausweg gewählt, Doakes durch Amnesie dieses Wissen wieder zu nehmen, und auch der von Dexter bevorzugte Plan, Doakes durch falsche Beweise zum BHB zu machen, obwohl dieser nicht müde geworden wäre, mit dem Finger auf Dexter zu zeigen (und zumindest einige Journalisten hätten sich dafür wohl mehr interessiert als Lundy & Co.), wäre für uns Zuschauer sicher nicht explosiv genug gewesen.

Und so wählte man ein explosives Ende von Doakes im wahrsten Sinne des Wortes. Daß Lila ihn umbringen würde (und auch wie), war lange vorbereitet worden, und doch fühlte es sich ein wenig merkwürdig an, denn es war einfach zu praktisch für Dexter. Aber dies war ja nur der Auftakt der Finalepisode, der Rest beschäftigte sich hauptsächlich damit, den Lila-Handlungsbogen zu einem verdienten Ende zu bringen, denn wenn sie am Anfang der Season noch mysteriös erschien und schwer einzuschätzen war, so kennen wir sie mittlerweile gut genug, um wieder auf sie verzichten zu können.

Die Szene, in der Dexter ihr auflauerte und zuerst einmal Debra erschien, dann erst Lila, war schon recht überraschend. Man spielte mit der Idee, daß Debra die Wahrheit erfahren könnte, wie es Dexter ja selbst in der Episode zuvor kurzzeitig getan hat. Das Timing war hier recht gut, denn zulange hätte man nicht so tun können, als ob, und das Hauptziel war ja auch, daß Lila erfährt, daß Dexter sie tatsächlich aus der Welt schaffen wollte.

Weniger gut gefallen hat mir die Idee, Lila erneut Feuer legen zu lassen, diesmal, um Dexter und die Kinder umzubringen. Das war ein reiner Action-Schachzug der Autoren, der seine gewünschte Wirkung meiner Meinung nach nicht erreichen konnte – wer hat denn schon ernsthaft gedacht, daß Dexter oder gar die Kinder auf diese Weise sterben würden? Noch mehr verrechnet haben sich nur die Autoren von „Superman Returns“, als sie versucht haben am Ende des Films das Publikum eine Viertelstunde lang glauben zu lassen, Superman könnte nun wirklich sterben … sie haben doch nicht 6- bis 12-jährige als Zielpublikum.

Auch das Ende von Lila war nicht schwer vorherzusehen, als sie erst einmal in Paris zu sehen war, doch war auch das so eine Idee, die sich nicht „richtig“ anfühlt, warum hat er sich nicht einfach auf dem Weg zum Flughafen abfangen können?

Wenn man sich die Nebenhandlungen in dieser Season ansieht, stellt man fest, daß es zumindest eine gibt, die letztlich überflüssig war (LaGuerta und ihre Affäre), eine, die nur Mittel zum Zweck war (Angels Problem mit Lila), und eine, die im nachhinein recht gut funktioniert hat: Debras Affäre mit Lundy.

Am Anfang der Season hat man immer wieder gezeigt, daß Debra die Geschehnisse der ersten Season nicht verkraftet hatte, daß sie durchaus traumatisiert war. Durch ihre (zeitlich begrenzte) Affäre mit Lundy ist sie offenbar mittlerweile ganz gut darüber hinweg gekommen, und rückblickend gefällt mir diese Idee sehr gut: Einem jungen Mann (wie Rudy oder Gabriel) konnte sie zu diesem Zeitpunkt einfach kein Vertrauen entgegenbringen, und so war Lundy als älterer Mann und Vaterfigur vielleicht aus ihrer Sicht tatsächlich die perfekte Wahl. Leider war keine Zeit mehr zu zeigen, wie Debra nun ohne ihn zurechtkommt, aber vermutlich wird sie ihn nicht lange vermissen.

Alles in allem hat man in dieser Episode die Season ganz ordentlich beendet, eigentlich sogar zu ordentlich. Niemand weiß, daß Dexter ein Serienmörder ist, niemand weiß, daß es überhaupt noch einen in Miami gibt, Dexter hat den „Code of Harry“ nicht verletzt, plant nun, weiterhin seinen Trieb auszuleben, seine Beziehung zu Rita ist wieder gekittet, und es ist sogar schon längere Zeit her, daß sie ihn auf seine angebliche Sucht angesprochen hat. Da sogar Doakes aus dem Weg ist, geht es Dexter zum Ende der zweiten Season besser als am Anfang der ersten, Friede, Freude, Eierkuchen.

Aus welchem Grund auch immer, man hat diese Season so enden lassen, als sei es das Ende der Serie. Kein Cliffhanger weit und breit, obwohl Showtime schon längst grünes Licht für eine dritte Season gegeben hat. Man denkt sogar darüber nach, die erste Season (in entschärfter Form) bei CBS laufen zu lassen, was den Bekanntheitsgrad der Serie enorm steigern würde. Auch die erneute Golden-Globe-Nominierung von Michael C. Hall ist ja eigentlich kein Grund, das Ende der Serie bereits jetzt zu befürchten. Vielleicht hat man sich einfach noch nicht entschieden, in welche Richtung man die Serie in der nächsten Season entwickeln will, aber glücklich gewählt ist eine eher durchschnittliche Episode nicht als Seasonfinale, das geht wirklich besser.

Note: 3+

Veröffentlicht in --- "Dexter", SERIEN | 3 Kommentare »

Dexter, 2-11, "Left Turn Ahead"

Verfasst von Tom am 16 Dezember 2007

Dexter2-11

Drehbuch: Scott Buck, Tim Schlattmann
Regie: Marcos Siega

Dexter: „I keep expecting to come to my senses, but the pressure is lifting with each step I take. I’ve spent a lifetime keeping up my guard, watching my back, wearing my mask. Relief was never in sight until now.“

Der Trend der letzten Episode wird fortgeführt, wieder sind die Entwicklungen eher gering, und Doakes ist weiterhin (fast die gesamte Zeit) in seinem Käfig gefangen. Unterbrochen wird dies durch seinen Fluchtversuch, der etwas schwach konstruiert in den Armen von weiteren Drogenhändlern endet. Zwar ist es eine nette Ironie, daß ausgerechnet Dexter ihn retten muß, aber zur weiteren Handlung trägt dies nicht bei, selbst die Entsorgung der Leichen ist diesmal nur einen kurzen Hauptsatz wert.

Das Hauptaugenmerk liegt auf Dexters ernst gemeinten Entschluß, sich selbst zu stellen, etwas, das Doakes natürlich gerne unterstützt, aber ich finde, diese Vorstellung ist nur begrenzt interessant, weil man nicht ernsthaft glauben kann, daß die Handlung tatsächlich diesen Weg einschlagen würde. Mit ungefähr 50 Opfern in seiner Vita, müßte Dexter, auch wenn er sich selbst stellen würde, wohl zwischen Stuhl und Spritze wählen. So braucht es dann auch nur ein gutes Steak, um diesen Plan zu verwerfen. (Einmal in meinem Leben, vor ziemlich genau 10 Jahren, hatte ich auch so ein gutes Steak, ich kann das verstehen …)

Maria LaGuerta setzt sich weiterhin für Doakes ein, und diesmal findet sie noch etwas mehr Gehör bei Lundy. Aber es bleibt nur noch eine Episode, daher sind ihre Bemühungen wohl letztlich zum Scheitern verurteilt.

Dexters Vorstellungen, wie es ablaufen könnte, wenn er Debra sagte, wer er wirklich ist, waren einfach nur köstlich, jede Variation war enorm übertrieben und zeigte einen Humor, der in dieser Serie kaum zu sehen ist. Zum Glück waren diese Szenen aber auch sehr kurz, denn auch an dieser Stelle kann man sich nicht vorstellen, daß die Handlung einen solchen Weg einschlagen würde.

Debras Auftritt bei Lila war zwar stark, hatte jedoch nicht die erhoffte und erwartete Wirkung. Es wird immer deutlicher, daß das Finale von Lila entscheidend geprägt werden wird, denn durch Dexters Navigationsgerät hat sie zur Hütte gefunden. Zwar gibt es noch keinen Hinweis darauf, was sie nun zu tun gedenkt, aber die Zuschauerlogik sagt uns doch, daß es nur ein Ende geben kann: Doakes und Lila müssen endgültig verabschiedet werden.

Note: 2-

Veröffentlicht in --- "Dexter", SERIEN | 4 Kommentare »

Dexter, 2-10, "There’s Something About Harry"

Verfasst von Tom am 16 Dezember 2007

Dexter2-10

Drehbuch: Scott Reynolds
Regie: Steve Shill

Dexter: „You can’t play on my feelings. I don’t have any.“
Doakes: „Oh, really? Who’s lying now?“

Es war abzusehen, daß die Geschwindigkeit ein wenig gedrosselt werden mußte, um nicht schon vor dem Finale das gesamte Pulver zu verbrennen. Erreicht wird dies in dieser Episode, indem Doakes die ganze Zeit über in dem Käfig eingesperrt bleibt und Dexter unter anderem seine weiteren Handlungen plant und vorbereitet. Er bleibt bei dem Entschluß, Doakes als Bay Harbor Butcher überführen zu lassen und zu hoffen, daß niemand seinen Beschuldigungen, Dexter sei der wahre Serienmörder, Glauben schenkt. Ein gefährliches Vorgehen, aber er hat keine andere Wahl, wenn er den „Code of Harry“ nicht verletzen will.

Er weiß nicht, daß Lundy mittlerweile Zweifel daran hat, das Doakes der Täter ist, und LaGuerta versucht weiterhin, Doakes’ Hals aus der Schlinge zu ziehen, wenn ihr Vorgehen dabei auch etwas naiv wirkt.

Die wohl interessanteste Szene zeigt, wie Doakes – obwohl er ähnlich wenig sehen kann wie wir Zuschauer – auf das Zerschneiden des Körpers von Dexters neustem Opfer reagiert und der Erkenntnis von Dexter, daß auch Harry ähnlich entsetzt war, als er ihn zum ersten Mal in Aktion sah und offenbar sich kurz danach umgebracht hat. Indirekt ist Harry selbst zum Opfer seines „Codes“ geworden.

Die Schußwunde entpuppte sich als ein nicht auszurottendes Klischee, dem Streifschuß, obwohl der pyrotechnische Effekt in der letzten Episode nur an der Vorderseite des Hosenbeins zu sehen war. Theoretisch müßte das Projektil also noch im Bein stecken, aber hier hat man kurzerhand in die Kiste mit den Cliffhangern aus „Western von gestern“ gegriffen, was sehr schade ist, denn das hat diese Serie eigentlich nicht nötig. (Die moderne Klischeevariante besteht übrigens aus Kevlar …)

Es wird immer wieder deutlich, daß es Dexter schon lange nicht mehr nur um sich selbst geht, er macht sich auch zunehmend Gedanken darüber, wie es Rita, den Kinder und Debra ginge, wenn sie erführen, daß er der gesuchte Serienmörder ist. Auch Doakes bleibt es nicht verborgen, daß Dexter sehr wohl ein Gewissen und dementsprechend Gefühle hat, und man kann sich mittlerweile ernsthaft fragen, wie sehr er gerade durch Harry zu dem geformt wurde, was er heute ist. Wäre er wirklich ein Serienmörder, wenn er nicht seine ganze Jugend über von Harry darauf vorbereitet worden wäre? (Da sehe ich ein mögliches Thema für die nächste Season.)

Lila besorgt sich Rohypnol, und man konnte ahnen, was sie damit vorhat. Sie wird Angel beschuldigen, damit Dexter sich noch einmal Sorgen um sie macht und zu ihr zurückkommt, aber dieses Mal wird dies wohl kaum gelingen. Da sie bereits einmal (durch Brandstiftung) getötet hat und nun Dexters besten Freund (wenn man das so sagen kann) schwer belasten will, könnte sie durchaus das letzte Opfer des Bay Harbor Butchers in dieser Season sein.

Note: 2-

Veröffentlicht in --- "Dexter", SERIEN | Kommentar schreiben »

Dexter, 2-09, „Resistance Is Futile“

Verfasst von Tom am 28 November 2007

Dexter209

Drehbuch: Melissa Rosenberg
Regie: Marcos Siega

Dexter: “I’ve always sensed there was something … off about him … like he’s hiding in plain sight. I never concealed my doubts.”

Special Agent Lundy und seine Leute ziehen kommen dem Bay Harbor Butchers schnell näher, und in der ersten halben Stunde deutet das Drehbuch geschickt immer wieder an, daß Dexter der Hauptverdächtige sei. Neu hinzugerufene Forensiker übernehmen sein Labor, trotz ihrer Affäre will Lundy Debra nichts sagen, läßt aber Dexter von seinen Leuten verfolgen.

Geradezu Sekunden, nachdem Dexter bemerkt, daß seine Trophäensammlung fehlt, wird er von FBI-Beamten abgeholt. Hier benutzte der Regisseur einen interessanten kleinen Trick: Er ließ Michael C. Hall beim Betreten des Reviers die Hände so halten, als trüge er Handschellen, was jedoch nicht der Fall ist, aber unbewußt so wirkt, als sei er tatsächlich verhaftet. Erst jetzt erfährt man, daß er die Trophäensammlung untersuchen soll, die man im Auto von Sgt. Doakes gefunden hat, der nun Lundys Hauptverdächtiger ist.

Interessant ist auch, daß Dexter nicht den einfachen Weg wählt, um Doakes loszuwerden. Im Gegenteil, Doakes ist unschuldig, und er will ihn wegen des “Code of Harry” nicht hineinreißen, aber gleichzeitig weiß er, daß Doakes sein Geheimnis kennt. Es wird hier noch nicht deutlich, wie er weiter vorgehen will, aber er sollte besser die Proben nicht vernichten, denn noch eine verpfuschte Blutanalyse, und Lundy hat einen neuen Hauptverdächtigen.

Zumindest sein letztes Opfer, Jimenez, einer der Mörder seiner Mutter, will er noch schnell entsorgen, und hier erfahren wir nebenbei, daß er sein Boot nun in einem anderen Hafen untergebracht hat. Aber fiele das Lundy nicht auf? Das scheint mir ein kleines plot hole zu sein. Doakes ist sogar soweit gegangen, und hat Dexters Boot per GPS überwacht und verfolgt, und nun stehen die beiden Kontrahenten sich wieder gegenüber, aber zum ersten Mal weiß Doakes, mit wem er es wirklich zu tun hat.

Beim folgenden Kampf geht die erste Runde zwar knapp an Dexter, aber sein ohnehin enger Zeitplan zur Entsorgung Jimenez wird nun noch enger, zudem ist er verletzt, was sich kaum wird verheimlichen lassen, und er muß sich überlegen, was er mit Doakes tun soll.

Diese Episode prescht zum Ende wieder so sehr dem Höhepunkt entgegen, daß man das Gefühl hat, die nächste Episode sei das Finale dieser Season, aber weit gefehlt, es folgen noch 3 weitere Episoden. Da ist es nur gut, daß man noch Nebenhandlungen wie Debras Affäre und das Lila-Problem hat, um das Dexter sich ganz bestimmt auch noch kümmern muß.

Apropos Lila: Angels Verhalten scheint mir für einen Freund doch ein wenig merkwürdig zu sein. Wußte er zu diesem Zeitpunkt denn schon, daß Dexter nichts mehr von ihr wissen will?

Note: 2+

Veröffentlicht in --- "Dexter", SERIEN | 3 Kommentare »

Dexter, 2-08, „Morning Comes“

Verfasst von Tom am 19 November 2007

Dexter2-08

Drehbuch: Scott Buck
Regie: Keith Gordon

Dexter: „You … you are more dangerous than my addiction will ever be. And that’s saying a lot.“

Es gibt Momente, in denen man froh ist, kein Serienmörder zu sein.

Der Spruch, daß der Flügelschlag eines Schmetterlings … äh … einen Sack Reis in China umfallen lassen kann (oder so ähnlich) findet in dieser Episode Anwendung auf Sgt. Doakes, dem die Erwähnung, daß einer seiner Fälle wegen fehlerhafter Blutspurenanalyse nicht zur Verurteilung führte, ausreicht, um Dexter zu verdächtigen, der Bay Harbor Butcher zu sein. Man möchte nicht, daß ein Bluthund wie Doakes so etwas von einem denkt, und schon gar nicht möchte man, daß er einbricht, nach Beweisen sucht – und fündig wird.

Man kann sich kaum vorstellen, daß Doakes jetzt noch aufzuhalten ist, es sei denn, er hat seinerseits ein Geheimnis, von dem wir (und auch Dexter) noch nichts ahnen.

Sollte man doch ein Serienmörder sein, hat man durch diese Episode immerhin einen praktischen Tipp bekommen: Während der Tatbegehung und beim anschließenden Großreinemachen sollte man sein Handy ausgeschaltet lassen, damit nichts, rein gar nichts einen dabei stören kann, Beweise zu vernichten. Man möchte nicht mittendrin von der Exfreundin indirekt darauf aufmerksam gemacht werden, daß die aktuelle Flamme bei ihr eingebrochen ist, die, die nicht mehr alle Tassen im Schrank und geradezu lebensgefährliche Ideen hat, um die Partnerschaft zu retten. „The Lila experiment is officially over.“

Auch wenn sich Dexter entschlossen hat, seinem inneren Monster wieder mehr Auslauf zu bieten, und Doakes möglicherweise auch gar nicht anders aufgehalten werden kann, ist die Situation mit Leila vielleicht anders zu lösen. Zwar glaube ich nicht, daß sein Versuch, sie einzuschüchtern auf Dauer erfolgreich sein wird, dazu scheint sie zu sehr neben der Spur zu fahren, aber immerhin hat sie neben der aktuellen Brandstiftung auch eine mit Todesfolge auf dem Kerbholz. Die Frage ist: Kann Dexter es wagen, die Polizei ins Spiel zu bringen?

Als habe Dexter noch nicht genug Probleme, zieht sich dank Debra die Schlinge um den Hals des Bay Harbor Butchers immer weiter zu. Lundy, Debra und Angel wissen nun, daß es wirklich jemand vom Miami Metro Police Department sein muß, aber immerhin ist nicht Dexter die auffälligste Gestalt dort, sondern Doakes, und einige geschickt plazierte Beweisstücke in seiner Wohnung könnten ihn überführen, jemand zu sein, der er gar nicht ist. In Frage käme vielleicht auch die Trophäensammlung, aber vermutlich ist sie über und über mit Dexters Fingerabdrücken bedeckt – es sei denn, er hat weiter vorausgedacht, als es bisher den Anschein hat.

Das gemeinsame Kochen von Debra und Lundy wirkte harmonischer, als ich geglaubt hätte, und Lundy scheint Gefallen daran zu finden, mehr als nur ein Vaterersatz zu sein. Aber wie man Debra kennt, wird das wohl nicht von langer Dauer sein, irgendwas wird schief laufen, und Dexter könnte damit zu tun haben.

Klasse Episode, von dieser Serie können andere noch einiges lernen. Damit meine ich nicht nur die Handlungsbögen, sondern auch die vielen guten Dialogstellen und kleinen Ideen, wie die Totenkopfbowlingkugel und der Revolver von Mazuka, der relativ entspannte Spaziergang von Doakes und LaGuerta, die Stutenbissigkeit von Debra Leila gegenüber und der verschrobene Zeuge, dem auffällt, daß Debra und Angel vor einem Hydranten geparkt haben, und der gleich kistenweise Notizen gesammelt hat.

Note: 1–

[Nachtrag: Diese Episode hat Showtime Rekordzuschauerquoten eingebracht.]

Veröffentlicht in --- "Dexter", SERIEN | 4 Kommentare »

Dexter, 2-07, „That Night, A Forest Grew“

Verfasst von Tom am 18 November 2007

Dexter2-07

Drehbuch: Daniel Cerone
Regie: Jeremy Podeswa

Doakes: „Your past is a bigger mystery than fucking Jimmy Hoffa. I tried every avenue, legal and otherwise, but there ain’t no paper trail on the early years of Dexter Morgan.“

Nach dieser Episode muß man Leilas Charakter und ihre Bedeutung für diese Season neu einordnen. Sie mag ihre Meth-Abhängigkeit ganz gut unter Kontrolle zu haben, aber sie ist noch immer süchtig nach … Kontrolle. Sie nimmt sich, was sie haben will, seien es Gegenstände, die sie für ihre Kunst gebrauchen kann, oder eben auch Menschen, in diesem Fall Dexter. Sie will ihn so sehr für sich, daß sie bereit ist, ihre Kunst und ihr Apartment abzubrennen, als sei das nichts anderes als die Glühbirne des Vermieters zu zerschlagen, um ihre eigene gewechselt zu bekommen.

Im Lichte dieses neuen Wissens kann man wohl davon ausgehen, daß es kein Zufall war, was sie in der vorhergehenden Episode am Telefon gesagt hat, sie wollte bewußt einen Keil zwischen Dexter und Rita treiben. Man kann allerdings auch davon ausgehen, daß Dexter durchschaut hat, daß sie Menschen – und auch ihn – manipuliert, und es wird interessant sein, zu sehen, wie weit Leila gehen wird, wenn sie nicht bekommt, was sie will, denn Dexter fühlt sich mit Rita und den Kindern “clean”, nicht mit Leila. Weiterhin wird es interessant sein zu sehen, wie weit Dexter gehen wird, wenn Leila ihn weiterhin zu manipulieren versucht.

Es war besonders schön zu sehen, daß Dexter ausnahmsweise mal aktiv etwas gegen Lundy und Doakes unternahm, aber ob das in Hinsicht auf Doakes letztlich nicht nur noch mehr Ärger für ihn bedeutet, läßt sich noch nicht sagen. Jetzt, da Lundy davon ausgeht, daß der Bay Harbor Butcher sich gut mit Polizeiarbeit auskennt, ist es vielleicht wirklich besser, daß Doakes erst einmal davon nichts mitbekommt, denn wenn er auch nicht in der Task Force ist, so hätte er das natürlich schnell aufschnappen und gewisse Fakten miteinander in Verbindung bringen können. [Ich bin allerdings ein wenig skeptisch, ob ein solcher Headbutt nicht Spuren in Doakes Gesicht hinterlassen hätte.] Lundy könnte sich aber selbst daran erinnern, daß diverse Polizisten Boote in den verdächtigen Häfen liegen haben, und dann wäre auch Dexter verdächtig.

Die Irrungen und Verwirrungen der Debra M. Sie trennt sich von Gabriel, weil sie glaubt, ihre wahren Gefühle für Lundy entdeckt zu haben. Das war durchaus eine Überraschung, wenn sie auch vorbereitet war: In der vorhergehenden Episode hat Gabriel sie noch damit aufgezogen, sie sei in Lundy verknallt, und in dieser Epsiode erwähnt sie sogar ausdrücklich, daß Gabriel ja auch “Age-Appropriate”, also in einem angemessenem Alter, sei.

Kontrollfreak Nummer 2, Ritas Mutter, wurde von ihr regelrecht rausgeworfen. Noch einmal wurde ich überrascht, denn ich hatte nicht erwartet, daß sie nach so einem kurzen Stint schon wieder herausgeschrieben werden würde.

Den Titel dieser Episode habe ich nicht verstanden, ist das ein Zitat?

Note: 2

Veröffentlicht in --- "Dexter", SERIEN | 2 Kommentare »