Gerade gesehen

Filme und Serien kurz kommentiert

  • Spoilers inside!

    Es ist fast unmöglich über einen Film zu schreiben, ohne Informationen über den Inhalt preiszugeben, und ob eine Information bereits ein Spoiler ist oder nicht, wird manchmal sehr unterschiedlich empfunden. Hier wimmelt es auf jeden Fall von Spoilern, also Vorsicht, ich möchte niemandem den Spaß verderben.
  •  

    Januar 2008
    M D M D F S S
    « Dez    
     123456
    78910111213
    14151617181920
    21222324252627
    28293031  
  • Archive


"Death Sentence"

Verfasst von Tom am 1 Januar 2008

deathsentence

Drehbuch: Ian Jeffers, Brian Garfield
Regie: James Wan

Kurz & knapp:
Charles Bronson lebt
Note: 3-

Bones Darly: „Go with God, and a bag full of guns.“

Subtilität ist nicht gerade die Stärke von James Wan, dem Regisseur von „Saw“ und Executive Producer von „Saw II“ bis „Saw V“. Mit „Death Sentence“ hat er nun einen Roman von Brian Garfield verfilmt, der 1972 die Romanvorlage zu „Death Wish“ lieferte, dem berüchtigten „Ein Mann sieht rot“ mit Charles Bronson, der auch in der lose an diesen Roman angelegten Reihe „Death Wish II“ bis „Death Wish V“ zu sehen war. Zwar ist „Death Sentence“ schon 1975 erschienen, wurde aber nicht als Grundlage für „Death Wish II“ ausgewählt, sondern erst jetzt, 30 Jahre später mit Kevin Bacon verfilmt.

Alles beim Alten: Vater verliert seinen Sohn durch eine Gang, die Staatsanwaltschaft ist wegen fehlender Beweise relativ machtlos, Vater tötet den Mörder seines Sohnes, Gang rächt sich am Vater und dem Rest der Familie, Vater rüstet auf und knallt alles ab, was ihm vor den Lauf gerät.

So banal das klingt, stellenweise ist der Film nicht schlecht in Szene gesetzt, besonders Kevin Bacons atemlose Flucht vor der Gang funktioniert ziemlich gut. Aber schon die Darstellung der Gangmitglieder ist so einseitig, wie sie nur sein kann: Der Obermotz tötet an einer Stelle seinen eigenen Vater (John Goodman als widerlicher Waffenhändler), der wiederum kein Problem damit hätte, wenn sein Sohn erschossen wird, mehr noch, er verkauft dem potentiellen Mörder seines Sohns selbst die Waffen dazu. Hinzu kommt, daß der nicht gerade subtile Regisseur gleich mehrere Szenen in blutrotes Licht taucht, so daß diesmal auch der geneigte Zuschauer rot sehen darf.

Wenn der von Rachegelüsten getriebene Vater dann die letzten Vorbereitungen trifft, sich mit den Waffen vertraut macht, sich das Haupthaar abschneidet und die Waffen durchlädt, werden bereits schwache Erinnerungen an „Rambo II“ wach. Das Ende des Films ist dann auch das leider zu erwartende Schlachtfest, bei dem mit dem einen oder anderen Schuß auch mal der eine oder andere Körperteil abgetrennt wird.

Am Ende hat dann eigentlich niemand gewonnen, auch nicht die Produzenten oder der Zuschauer.

Eine Antwort schreiben

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>