
Drehuch: Jeph Loeb
Regie: Allan Arkush
Adam: „Wars, famine … disease. 400 years later, nothing has changed. When god wasn’t happy with what he’d created, he made it rain for 40 days and 40 nights. He just washed it all away. He had the right idea.“
Trotz einiger Schwächen war das eine der besseren Episoden dieser Season, denn man hat es tatsächlich geschafft, die meisten Handlungsstränge gut zu beenden. Es fühlte sich zwar nicht so ganz wie ein Seasonfinale an, dazu fehlt ein besserer Cliffhanger als „Sylar hat seine Kräfte wieder“, aber ursprünglich war dies ja auch nur als das „Fall Finale“ gedacht, also der Beginn der Winterpause.
Krisenherd #5: Tokyo, Japan
Ando hatte diesmal einen Auftritt, der genauso lang war wie der von Mr. Muggles. (16 Sekunden, ich hab’s gestoppt.) Das sagt eigentlich genug über seine Stellung in dieser Season, es wird Zeit, ihn endlich komplett herauszuschreiben.
Krisenherd #4: New Orleans, Louisiana
Nikis Charakterentwicklung war am Ende der ersten Season abgeschlossen, aber auf Geheiß des Senders wurde ihre Geschichte in dieser Season weitergesponnen. Das Ergebnis ist ein Minihandlungsbogen, in dem sie sich von der Company freiwillig ihre Kräfte nehmen läßt, und nun bei dem Versuch, Monica zu retten, ums Leben gekommen ist. In einer solchen Serie ist eine Wiederbelebung jederzeit möglich, und wir haben sie nicht wirklich sterben sehen, daher wird man abwarten müssen, ob sie wiederkommt.
Krisenherd #3: Costa Verde, California
Ausgerechnet West, der bisher seine Kraft eher sorglos eingesetzt hat, will Claire davon abhalten, sich an die Öffentlichkeit zu richten. Überzeugt wird sie aber erst von Noah, der einen Deal mit der Company eingegangen ist. So ganz scheint mir das nicht schlüssig zu sein. Bob scheint doch hinter der Wiederbelebung von Noah zu stecken, obwohl er ihn vorher aus dem Weg haben wollte. Man könnte jetzt argumentieren, daß er ihn wiederbeleben ließ, um Claire unter Kontrolle zu bekommen, aber Claire drohte Elle erst, nachdem Noah wiederbelebt worden war. Eine erneute Zusammenarbeit von Noah und Bob stelle ich mir allerdings recht problematisch vor für beide Seiten.
Krisenherd #2: Brooklyn, New York
Mohinder war natürlich nicht bewaffnet, und hatte somit auch keine Chance gegen Sylar; er hat schon ganz Recht, wenn Elle nicht dazwischen gegangen wäre, hätte Sylar sie alle getötet. Claires Wunderblut sorgt langsam dafür, daß immer mehr Kranke geheilt und Tote wiederbelebt werden, weil Blutgruppen keine Rolle spielen; hinzu kommt, daß wir immerhin zwei bis drei Charaktere mit diesem Blut haben (bei Peter ist das noch nicht sicher). Noch ist dies akzeptabel, aber dieser Trend sollte besser beendet werden, wenn die Serie nicht ins Lächerliche abgleiten soll. Außerdem läßt dieser Resetknopf Sterbeszenen wie die von Nathan (wenn es überhaupt eine war) ein bißchen unbedeutender werden, und nicht wenige Zuschauer werden sich wünschen, Maya wäre ein Opfer Sylar geblieben.
Krisenherd #1: Primatech Paper, Odessa, Texas
Nun gut, daß Hiro mit gezogenem Schwert auf Peter zustürmt, war ein guter Cliffhanger für die letzte Episode, aber daß er nun mittendrin innehält, um dann doch kurz mit ihm zu reden, wirkte wie eine recht banale Auflösung. Auch hat Adam Hiro ein bißchen zu schnell erkannt, immerhin hat er ihn zuletzt vor 400 Jahren gesehen. Ansonsten waren die Interaktionen von Hiro, Peter, Adam, Matt und Nathan schon recht gut gemacht. Enttäuschend war nur mal wieder das „Ende“ des Bösewichts: Warum müssen immer alle Unsterblichen lebendig begraben/versenkt werden (siehe Serienfinale von „Alias“, Finale der dritten Staffel von „Angel“)? Klar, einerseits ist das ein entsetzliches Schicksal. Hier hat man sich dadurch außerdem eine Hintertür offengehalten, denn wer weiß schon, wann die Dreharbeiten wieder aufgenommen werden (womöglich erst im Sommer), und in welchem Maße Zachary Quinto dann als Hauptbösewicht Sylar zur Verfügung steht. Ohne den WGA-Streik wäre er in der zweiten Hälfte dieser Season auf jeden Fall selten zu sehen gewesen, weil er zur Zeit mit den Dreharbeiten zu „Star Trek“ beschäftigt ist.
Berichten zufolge hat man die zusätzlichen Szenen mit Jack Coleman (Noah Bennet) gedreht, und nun frage ich mich, welche das wohl waren. Damit kann eigentlich nur die Szene im Hause Bennet gemeint sein, denn die mit Elle trägt nichts dazu bei, diese Season ein wenig als abgeschlossen zu empfinden. Oder ist Noah etwa der Attentäter, der Nathan erschießt? Sinn würde das schon ergeben, denn er will ja nicht, daß die Öffentlichkeit etwas erfährt. Zumindest in diesem Punkt ist er auf der Seite der Company. Ich übrigens auch, denn wenn die Öffentlichkeit erfährt, daß bestimmte Menschen solche unglaublichen Fähigkeiten haben, dann nähert sich die Serie zu sehr „The 4400″ an.
Peter ist dem Bösewicht dieser Season gefolgt, und wäre bald mitverantwortlich gewesen für einen unglaublichen Massenmord – genau wie sein Bruder Nathan in der ersten Season. Jetzt sah Nathan ihn zum ersten Mal wieder seit dem Ende der ersten Season, und diese Szenen haben auch durchaus gut gewirkt. Das Attentat auf ihn dürfte viele Zuschauer überrascht haben; ich habe es dank meines „Spinnensinns“ etwa drei Sekunden vorher gewußt.
Trotz aller Dramatik hat diese Episode eine recht witzige Szene, in der Nathan und Matt nach einem längeren Flug hinter dem Primatech-Gebäude landen, sichtlich erschöpft und auch ein wenig peinlich berührt, weil sie Huckepack geflogen sind. Hiro kommt heraus, begrüßt den „Flying Man“ wie immer begeistert, und Matt sagt nur „Who’s this guy supposed to be?“ Gute Continuity, denn tatsächlich haben sich Hiro und Matt in der ersten Season nie getroffen.
Es gibt noch einige offene Fragen:
- Wer hat Sylar wann das Virus verabreicht, und wie kam er auf die Straße, auf der Maya und Alejandro ihn fanden?
- Was ist jetzt mit Caitlin, da die Zukunft verhindert werden konnte?
- Wird Angela Petrelli jetzt aktiv gegen die Company vorgehen, oder was sollte ihre Bemerkung über Pandoras Box? Hat sie nun eine besondere Kraft oder nicht?
- Wird Elle sich bessern und Menschen helfen? Immerhin schien es ihr gefallen zu haben, Mohinder, Molly und Maya gerettet zu haben.
- Wird NBC die Serie überhaupt fortsetzen, wenn der Streik noch länger dauert?
Alles in allem eine noch gute Episode, aber es wäre besser gewesen, wenn man für die wichtigsten Handlungsstränge mehr Zeit gehabt hätte. Besonders die Szenen mit Adam und Hiro bedürfen mehr Zeit, um richtig zu wirken. Daß der ehemalige Kumpel erneut ein Gegner ist, nach immerhin 400 Jahren, kam emotional so gut wie nicht zum Ausdruck. (Ich wünsche mir übrigens, ich würde jemanden so schnell wiedererkennen, den ich auch nur 10 Jahre nicht gesehen habe.) Yaeko, die beide geliebt haben, wurde auch mit keinem Wort mehr erwähnt. Hier wurde ein großer Handlungsbogen versucht, der am Ende nicht genug Wirkung entfalten konnte. Die nötige Zeit hätte man vermutlich gehabt, wenn die Handlungsbögen von Niki und Claire wenigstens eine Episode früher beendet worden wären, aber so hat man – wie erwartet – zuviel abarbeiten müssen.
Note: 2-
