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Filme und Serien kurz kommentiert

  • Spoilers inside!

    Es ist fast unmöglich über einen Film zu schreiben, ohne Informationen über den Inhalt preiszugeben, und ob eine Information bereits ein Spoiler ist oder nicht, wird manchmal sehr unterschiedlich empfunden. Hier wimmelt es auf jeden Fall von Spoilern, also Vorsicht, ich möchte niemandem den Spaß verderben.
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Weblog-Archiv für 14. Oktober 2006

Dexter, 1-02, „Crocodile“

Verfasst von Tom am 14 Oktober 2006

Dexter102

Regie: Clyde Phillips
Drehbuch: Michael Cuesta

Dexter: „I can kill a man, dismember his body, and be home in time for ‘Letterman’. But knowing what to say when my girlfriend’s feeling insecure … I’m totally lost.“

Während die Pilotepisode nur kurz den Schriftzug „Dexter“ einblendete und dann sofort in media res ging, bekommen wir nun erstmals den Vorspann der Serie zu sehen, und er ist schlicht genial. Gezeigt werden lauter morgendliche Rituale wie Rasieren, Frühstücken, Zahnpflege, aber die Nahaufnahmen und das Wissen darum, daß es sich um einen Serienmörder handelt, läßt die Fantasie in Richtung weniger alltägliche und banale Handlungen abwandern. Noch nie sah Frühstücken so brutal aus, und natürlich muß es eine Blutorange sein.

Ich bekomme leichte Bedenken, daß es in dieser Serie in jeder Episode ein „victim of the week“ geben könnte; diesmal ist es ein notorischer Trunkenheitsfahrer, der schon mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat und dennoch nicht verurteilt wird. Ich möchte nicht, daß sich die Serie zu sehr auf diese Morde von Dexter konzentriert, ganz so, als sei er der einsame Rächer, denn Selbstjustiz ist weder attraktiv von allzu interessant. Dexters Morde sind der Versuch, mit dem düsteren Verlangen in ihm umzugehen, und dabei zumindest ein Minimum an Menschlichkeit zu beweisen. Das immer wieder mal zu zeigen ist nötig, aber bitte nicht in jeder Episode.

Es ist durchaus unheimlich zu sehen, wie er im Gericht nach einem neuen Opfer Ausschau hält. Als Zuschauer verfolgt er die Verhandlung des Trunkenheitsfahrers, und während dieser allen Anwesenden mit seiner Art Mitleid abringt, stößt er, ohne es zu wissen, bei Dexter auf taube Ohren; Soziopathen kennen kein Mitleid. Dexter geht nicht nach dem Gefühl, sondern er sucht in den Polizeidaten anderer Bundesstaaten nach Fakten und wird fündig.

Seine Schwester schätze ich mittlerweile als etwas unsicher und sehr gefühlsbetont ein, also quasi das Gegenteil von ihm. Sie hat es bisher nicht leicht gehabt, im Job voran zu kommen, und ihre Männerbekanntschaften gehen selten, gingen vielleicht nie über kurze Beziehungen hinaus.

Sein Kollege Angel scheint ihn zu schätzen, während sein Vorgesetzter Sergeant Doakes spürt, daß mit Dexter etwas nicht stimmt, daß er unheimlich ist, und das betrifft nicht nur sein Gespür, wenn es um Blutspuren geht.

In dieser Episode hat mich der Fall Carlos Guerrero etwas gelangweilt, denn hier scheint es um normale Polizeiarbeit zu gehen, bei der Dexter nur am Rande involviert ist, während es bei dem Trunkenheitsfahrer und dem immer wieder erwähnten „Ice Truck Killer“ direkt um Dexter geht. Ich vermute, daß letztgenannter den Handlungsbogen dieser Staffel bildet, denn seine Spielchen mit Dexter werden einen tieferen Sinn haben.

Eine negative Beobachtung: Ich glaube nicht, daß man einen technischen Berater am Set hat, denn die Art und Weise, wie die Darsteller am Tatort und auch im Hauptquartier agieren kommt mir manchmal etwas künstlich vor, das gipfelte in dieser Episode darin, daß Angel in einer der Blutspuren auf dem Teppich kniete; selbst wenn schon alle Spuren gesichert waren – macht er sich nicht wenigstens Sorgen um seine Hose?

Note: 2–

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LOST, 3-01, „A Tale Of Two Cities“

Verfasst von Tom am 14 Oktober 2006

LOST 301

Written by JJ Abrams, Damon Lindelof
Directed by Jack Bender

Juliet: „It doesn’t matter who we were. It only matters who we are.“

In der ersten Season bekamen die Losties selten zu Gesicht, wer oder was sie auf der Insel erwartet. Es gab Ausnahmen wie die Eisbären oder Ethan Rom, aber meist nahmen sie nur Flüstern im Dschungel oder das Wüten des „Monsters“ wahr.

In der zweiten Season konzentierte sich die Serie heftig auf eine neuerfundene Mythologie, die in der ersten Season noch vollends fehlte: Das Hatch, Dharma, die Hanso Foundation, die anderen hatchartigen Anlagen und das Eintippen des Codes. Nebenbei aber traf man immer wieder auf „The Others“, erfuhr von den falschen Bärten und nahm sogar einen von ihnen gefangen.

Dennoch erfuhr man auch in dieser Season nicht wirklich viel über sie. Die Produzenten und Autoren versprachen, das in dieser dritten Season im großen Stil zu ändern.

Umso passender ist es, daß diese Episode uns noch vor dem Titelvorspann in ihr Dorf führt, wo sie den Absturz von Oceanic Flight 815 verfolgen. Wir bekommen auch zu sehen, daß Othersville in einem Krater oder einer Caldera liegt, aber Vorsicht, dies ist LOST, und wir werden die Geschichte und die Motivationen von den Others nicht schnell bekommen, es wird vermutlich viele Episoden dauern – wenn nicht gar die ganze Season.

Als Staffelbeginn vielleicht etwas wenig spektakulär und mit durchschnittlicher Backstory, aber insgesamt ein brauchbarer Auftakt zu einem neuen Kapitel.

Note: 2-

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Dexter, 1-01, „Pilot“

Verfasst von Tom am 14 Oktober 2006

Dexter101

Drehbuch: Timothy Schlattmann
Regie: Michael Cuesta

Einen solchen Serien-”Helden”gab es noch nie: Dexter ist zwar Forensiker und arbeitet für die Polizei in Miami, aber er ist auch ein Serienmörder, der seine dunklen Triebe an den Kriminellen ausläßt, die der Justiz durch die Lappen gehen.

Die Idee dazu kam seinem Vater, der mit zunehmender Sorge sah, in welche Richtung sein Adoptivsohn sich entwickelte. Dexter ist nur nach außen hin charmant und umgänglich, das ist das Spiel, das er spielt, um nicht als Soziopath erkannt zu werden.

Eine düstere Serie mit einem sehr glaubwürdigen Michael C. Hall, den ich zuerst gar nicht erkannt habe, weil er so ganz anders wirkt als in “Six Feet Under”. Ich bin mir noch unschlüssig, wie ich die Schwester und andere Charaktere einschätzen soll, aber der Protagonist allein hat schon enormes Potential. Zudem scheint es ein serialized drama zu sein, und das ist im Genre der Krimi-Forensik-Fernsehshows ziemlich selten und bei mir besonders beliebt.

Note: 2+

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